Diesmal geht es hier nicht um Text. Es geht um das Leben, das nicht immer schön ist. Carola gehört zum Texttreff, der Texttreff hat die Protextbewegung ins Leben gerufen. Carola gehört auch zum Netz, denn seit 1996 ist sie im Internet mit Blogs präsent. Viele kennen sie unter dem Namen Melody, bei Twitter findet man sie als Botenstoff.
In der Nacht des 8. Juli ist die Wohnung von Carola, ihrem Mann Oliver und ihrer kleinen Tochter abgebrannt. So gut wie komplett vernichtet. Die drei brauchen jede erdenkliche Hilfe. Darum haben einige aus dem Texttreff ein Spendenblog erstellt, um möglichst viel Startkapital für einen Neuanfang zusammenzubekommen. Bitte helfen Sie, bitte helft!

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05.07.2010 von Thomas Vogl
seit geraumer Zeit schreit mir ausnahmslos jede Werbemail, die mich erreicht, Toorrr! entgegen oder versucht sonst vom konsumfreundlichen Fussballtaumel der Republik zu profitieren. Ich will diese genormte Einheitswerbung nicht mehr lesen. Ich ertrage bereits sehr viel: vom gleichgültigen Geschwätz eines Herrn Netzer im TV über den omnipräsenten Marterton der Vuvuzela bis zu den trostlosen Live-Ticker-Headlines der in fussball-WM- freien Zeiten angenehm sachlich formulierenden Süddeutschen Zeitung inzwischen zu viel (z. B. “Deutschland vernascht Maradona”; was ja wohl by the way nur eine bildungsbürgerlich euphemisierte Variante des Chauvispruchs “Wir ficken die Gauchos” ist, oder?) . Aber irgendwann muss wieder Ruhe und ein bisschen Kreativität einkehren. Ich sehne die Zeit herbei, zu der mir mal wieder ein neuer Mailingtext ins Haus flattert. Einer, der mich überrascht. Ohne WM. Ohne Ball und Ballack. Ohne Tooorrr! Mit Idee. Noch acht Tage. Die halte ich durch.
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Kennen Sie Paula Sperling, Anja Blumenfeld oder Christiane Gütermann? Nein? Ich auch nicht. Aber diese Damen schreiben mir ständig. Dabei bezweifle ich, dass es sie wirklich gibt. Schauen Sie sich doch nur mal die Namen an – zu schön, um wahr zu sein. Aber sollten Sie auch zum Kreis der Erlauchten gehören, die ständig mit Mails der Damen bedacht werden, dann wissen Sie woher der Wind weht. Ja, ich gestehe, ich habe irgendwann irgendwo mal bei einem Gewinnspiel im Internet mitgemacht und dabei wahrscheinlich der Zusendung von Werbemails zugestimmt. Und jetzt? Wie klagte doch der Zauberlehrling: “Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.” Klar, ich könnte überall die Zusendung abbestellen oder sie grundsätzlich in den Spamordner befördern lassen. Aber als “Werbe-Kollegin” gewissermaßen habe ich Mitleid und eine bessere Idee: Vielleicht sollte ich eine Mailadresse mit Gott@… für solche Zwecke einrichten, damit die Werbebotschaften der Damen erhört werden.
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Zeitungen sind glaubwürdig. Jedenfalls sieht das der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Jürgen Rüttgers so. Kein Wunder also, dass in NRW jetzt regionale Tageszeitungen in den neunten Klassen in NRW als Unterrichtsmittel eingesetzt werden. Mit dem Projekt „ZeitungsZeit Nordrhein-Westfalen“ soll sowohl die Bildung als auch die Medien- und Lesekompetenz der Schüler gefördert werden.
Bevor die Lehrerinnen und Lehrer die Zeitungen als Quelle für Rechtschreib- und Grammatikfragen heranziehen, sollten sie sich jedoch die Protext-Umfrage zur Glaubwürdigkeit von Zeitungen ansehen. Diese hat gezeigt, dass die große Mehrheit der Leser die Glaubwürdigkeit der Zeitung zumindest teilweise von der Sprache abhängig macht.
Wenn man also von der Fehlerhäufigkeit auf die Glaubwürdigkeit schließen kann, dann werden wir im Mai wissen, wie es um die Glaubwürdigkeit unserer Zeitungen bestellt ist:
Im Mai veröffentlich die Protextbewegung voraussichtlich die Ergebnisse des Projektes „Korrektorat“. Die Protextbewegung hat dafür eine ganze Woche lang die jeweils größte regionale Tageszeitung jedes Bundeslandes gelesen und auf sprachliche Fehler überprüft. Wir sind sehr gespannt darauf, wie sich die Zeitungen dabei so gemacht haben.
(Katrin Zinoun)
Tags: NRW, Rüttgers, Schule, Tageszeitungen, Zeitung, Zeitungen, Zeitungszeit
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18.03.2010 von ergoscriptum
Langsam zieht sich der Winter zurück. Zeit wird’s! Aber wer möchte, kann ihm noch einmal zum Abschied winken. Das geht ganz wunderbar mit einer kleinen Typoflocke. Unter typoflocke.de lassen sich aus Buchstaben Kristalle bilden. So sieht zum Beispiel das Wort “text” als Flöckchen aus:

Schön, nicht wahr? Ich finde, so etwas macht auch noch im Juli Spaß und weckt die Vorfreude auf den nächsten knackig kalten, schneereichen Winter. Danke, spatium für diesen schönen Hinweis! Winke, winke.
Tags: Internet, Wortspielereien
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07.03.2010 von ergoscriptum
Bücher sind für mich etwas ganz Besonderes. Wenn es euch genauso geht, dann lest ruhig weiter. Denn es dürfte dann auch euch freuen, dass es im Jahre 2010 immer noch Menschen gibt, die dafür sorgen, dass nicht 100% der Neuerscheinungen Massenware sind – herstellerisch betrachtet – sondern nur 99,8% (zugegeben: ist geschätzt).
Diese Menschen drucken und setzen Bücher und andere nette Dinge, wie Leporellos und Karten, per Hand. In Auflagen, über deren Höhe die meisten Verlagskalkulatoren wahrscheinlich erschrecken. In monatelanger Fleißarbeit entstehen echte Perlen der Druckkunst, mit Blei- oder Holzlettern gesetzt und mit Handpressen gedruckt. In Werkstätten und in Garagen und sehr oft mit hohem persönlichen und finanziellen Einsatz.
Wer etwas mehr über die Beweggründe dieser Menschen erfahren möchte, dem kann ich die hr2-Radiosendung Doppelkopf vom 05.03. mit Roswitha Quadflieg, Gründerin der Raamin Presse und Schriftstellerin, empfehlen. Den Podcast dazu findet ihr hier. Die Raamin Presse gibt es seit 2003 nicht mehr, aber einige andere Satzwerkstätten, z. B. Garagendruck, Fliegenkopf, Vogelpresse und Hundsdruck. Wer selbst mal eigene Werke von Hand drucken möchte, kann sich bei der Typografischen Gesellschaft München zu Handsatz-Kursen bei der Schriftsetzmeisterin Christa Schwarztrauber anmelden. Und muss dann hier berichten, wie es war. ;-)
Tags: Buchkunst, Handsatz, Qualität
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Julia Dombrowski hat ja bereits vor einiger Zeit in ihrem Textguerilla-Beitrag „Dann klappt’s auch mit dem Lektorat!“ (Teil 1 und Teil 2) ausführlich die vielseitigen und umfangreichen Arbeitsschritte von Lektorinnen und Lektoren erläutert. Aus aktuellem Anlass sei für den Bereich Buchlektorat noch folgender Hinweis von Dr. Carla Meyer, Vorstandsvorsitzende des Verbands der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) e. V., hinzugefügt:
Der Text liegt in der Verantwortung des Urhebers, nicht des Lektors.
Deshalb gehört es auch nicht zur Aufgabe des Lektorats, ein Werk auf plagiierte Passagen zu überprüfen.
Wenn einem etwas auffällt, fragt man natürlich nach. Aber es gehört nicht zum Lektorat, das gesamte Werk in Frage zu stellen.
Frau Meyers Zitate entstammen dem lesenswerten Stern-Artikel „Warum der Lektor nicht einfach gegoogelt hat“, in dem der Frage nachgegangen wird, wie den Verantwortlichen des Ullstein Verlags denn vor der Veröffentlichung von Helene Hegemanns Romanerstling „Axolotl Roadkill“ entgehen konnte, dass große Passagen nicht von ihr selbst verfasst wurden.
Tags: Axolotl Roadkill, Helene Hegemann, Lektorat, Plagiat
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04.02.2010 von ergoscriptum
Böse Zungen behaupten ja, das iPad sei ein Witz. Nun, das mag ich nicht beurteilen. Dazu fehlt mir auch einfach das technische Know-how. Diskussionen über fehlende USB-Schnittstellen und mangelnde Multitasking-Fähigkeiten dieses, laut Herstellerangaben
„magischen und revolutionären Gerätes“,
interessieren mich nicht besonders. Jedenfalls im Moment noch nicht. Denn ich kann, selbst wenn ich wollte, das iPad sowieso erst im Frühsommer kaufen. Will ich aber nicht. Das weiß ich jetzt schon. Da können die sich bei Apple noch so sehr ins Zeug legen und alles einbauen, was man in so ein dünnes Ding einbauen kann. Ich brauche so ein Pad einfach nicht. Glaube ich zumindest.
Das wird die Leute der Firma nicht besonders freuen. Aber Kopf hoch, Jungs, immerhin beschäftige ich mich trotzdem mit Eurem iPad. Und das liegt einfach an den Witzen darüber. Hier eine kleine Auswahl.
Man muss keine Frau sein, um sich zu wundern, dass Apple bei der Namensgebung die sprachliche Nähe zu Hygieneartikeln gesucht hat. Zugegeben, es gibt noch mehr Übersetzungsmöglichkeiten für pad. Aber das kann ja alles nicht gemeint sein. Oder kommen Euch etwa Assoziationen zu einem Schreibblock? Ich bitte Euch!
Ich bin überzeugt, die Äpfel haben gemerkt, dass noch mehr Frauen neue, innovative Technik kaufen würden, wenn sie 1. gut gestylt ist, 2. schön verpackt wird und 3. einen Namen hat, den man sich leicht merken kann. Deshalb haben die das neue Tablet – wörtlich übersetzt – iTampon genannt! Und somit kommt frau nun nicht mehr drum herum, so ein iPad auch zu kaufen, denken sich die Männer aus der hippen Ideenschmiede. Äh, wollen die uns veräppeln?
Tags: Lustiges, Namensentwicklung, Übersetzung
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Ein neues Kreuzworträtselgewinnspiel ist nebenan bei der Protextbewegung gestartet. Gewinnen kann man ein Exemplar von Homeoffice – Erfolgreiches Heimspiel dank Zeit- und Selbstmanagement von Birgit Golms und Gudrun Sonnenberg. Wer das Buch gewinnen will, sollte einfach mal rüber klicken. Teilnehmen kann man bis zum 14. März 2010.
Tags: Gewinnspiel, Rätsel
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24.01.2010 von textdeluxe
Clients from hell bietet Unmengen von kuriosen, lustigen und erschreckenden Dialogen zwischen Freelancern (hier: Designern) und Kunden. Die Seite präsentiert Vorkommnisse und Missverständnisse, die auch Textern nicht fremd sind. Oft genug sind die Vorstellungen abstrus:
Client: “So New Times Roman doesn’t change the words into Italian?”
Me: “No, Times New Roman is just a standard…”
Client: “Are you sure? Let me call you back after I check Word 2009. I have the newest version, so maybe it only does it in the newer version. I’ll give you a call back later today. Thanks.”
Und das ist noch nicht die ganze Geschichte.
Tags: clients from hell, Schrift, Übersetzung
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