Fremdwörter-Rudel bedrohen unsere heimischen Texte!
15.10.2008 von textzicke
Nein, Fremdwörter machen aus irgendeinem Text keinen besseren Text. Auch und erst recht nicht, wenn sie in herumpöbelnden Rudeln auftreten. Ehrlich, das tun sie nicht.
Beispiel gefällig? Eine sehr schöne Fingerübung zum Thema “Verkomplizierung durch Fremdwörter” präsentiert das aktuelle Schlusslicht auf tagesschau.de.
Irgendwie gruselig, finde ich. ;-)

[...] 15, 2008 von clairegrube Dazu möchte ich einen O-Ton beisteuern, heute mit eigenen Ohren gehört auf der Frankfurter [...]
Naja, das mit den Fremdwörten stimmt in diesem Zusammenhang nicht so ganz. Denn Ammon Shea ist Amerikaner, seine Muttersprache ist Englisch und er hat DAS englischsprachige Lexikon durchgelesen (vorher übrigens auch andere). Nun besteht der englischsprachige Wortschatz streng genommen zu weiten Teilen aus Fremdwörtern – Englisch ist eine Patchwork-Sprache. Aber für Shea waren die Wörter im OED keine Fremdwörter. Das klingt nur in der Übersetzung so (eben im Schlusslicht).
Viele der Wörter im OED dürften seltsam und selten sein, aber es sind alles englische Wörter. Davon gibt es sehr viele, und das Problem vieler Menschen, die Englisch sprechen (auch Muttersprachler!) ist, dass sie von diesen vielen Wörtern nur einen Bruchteil kennen. Deswegen sieht man z.B. in amerikanischen Filmen manchmal Leute englische Vokabeln lernen – die erweitern ihren Wortschatz in der Muttersprache. Und müssen das nicht tun, weil sie doofe Amis sind, sondern, weil der Wortschatz sehr groß ist und die Sache nicht wie bei uns durch viele zusammengesetzt Wörter erleichtert wird.
Haha, jetzt bin ich selbst in die Fremdwortfalle getappt: Er hat das Wörterbuch durchgelesen, nicht das Lexikon. Ich finde das ein sehr lustiges Projekt.
Wei!
Auch sprachlich gesehen ein absolutes Schlusslicht.