Text ist verderblich
17.10.2008 von Textcouch
Foto:Knipsermann, www.pixelio.de
Diese Fundsache macht’s mal wieder deutlich. Wirklich: Text kann schlecht WERDEN! Auch ein ganz frischer, knackiger Text kann dahinfaulen wie die drei Tage alte Pausen-Banane im Schulranzen meiner Tochter. Er muss nur in der falschen Umgebung liegen oder zum falschen Zeitpunkt auftauchen. Und schon wird aus einem guten Text ein schlechter. Traurig, aber wahr.
Ein Schicksal, das zum Beispiel auch diese hübschen Sätzchen ereilt zu haben scheint, wie solche Protest-Reaktionen wiederum zeigen.
Zum Texten gehört eben mehr als nur schöne Worte machen. Auch die Inhalte müssen stimmen … Moment, das hatten wir doch letztens schon? … (Darf ich hier ausnahmsweise, Tinkerbell? Biiitte.)
Form ohne Inhalt? Ist nichts. Inhalt ohne Form? Auch nicht gut. (Gebrauchs-)Texte dienen schließlich der Kommunikation. Und die ist komplex. Nicht nur, dass mindestens ein Sender und mindestens ein Empfänger mitmischen. Es gibt bei dieser sensiblen zwischenmenschlichen Angelegenheit noch viel mehr zu beachten. Der Kontext entscheidet genauso mit, wie Geschriebenes oder Gesprochenes wahrgenommen wird. Im genannten Beispiel scheint der Kontext so wichtig zu sein, dass auch der schönste Text einfach nur noch unglaubwürdig wirkt.
Kann der arme Text ja nichts für. Stimmt, aber der Kopf dahinter. Oder war es in dem Fall ein Kopf dadrüber oder gar “die da oben”? Das werden wir heute hier wohl nicht mehr klären können. Geklärt ist jetzt aber hoffentlich die Frage, warum Text ein teures Gut ist, warum es in sensible, erfahrene Hände gehört und warum es alle Beteiligten pfleglich behandeln sollten: Für eine schönere Welt mit besseren Texten!


Absolut, der arme Text kann nichts dafür.. aber die Situation ist nunmal auch äußerst unglücklich. Für die ausspionierten Mitarbeiter muss sich der Spruch wie Hohn anfühlen. Aber wer ist nun dafür verantwortlich, dass dieser schöne Text unglaubwürdig wirkt. Das lässt sich wohl schwerlich mit einer Schuldzuweisung beantworten. Es kommen viele Faktoren zusammen. Die da “oben”, der Kopf dahinter und eben solche Alltagsbeispiele wie von mir auf den Fundsachen geschildert. Man fragt sich allerdings: Welche Kampagne kann die entstandenen Wellen des “Skandals” wieder glätten? Welche Worte können das? Ich denke, die Macht der Worte stößt manchmal an ihre Grenzen. Hier müssen Taten und Worte folgen. Und die müssen ebenfalls Wellen schlagen. Im positiven Sinne.
Sina Lauer
Soll das heißen, dass man in Krisensituationen lieber den Mund halten sollte? Das wäre doch wohl eher kontraproduktiv. Die Macht des Wortes stößt natürlich an Grenzen – und zwar an die bekannten Grenzen der realen Umstände (Sender, Empfänger, Kontext, Marke…)
Taten und Worte müssen einfach zusammen passen, um positiv wirken zu können, sonst sind alle schönen Worte umsonst gesprochen.
Nein, nicht den Mund halten! Ich habe genau das gemeint, was du geschrieben hast. Ich hätte das UND eventuelle groß schreiben sollen: “Ich denke, die Macht der Worte stößt manchmal an ihre Grenzen. Hier müssen Taten UND Worte folgen. ” Und genau die müssen zusammenpassen, sonst wirkt das schönste “lohnt sich” nicht. Wir sind einer Meinung!
Wie schön ;-)
Was sagt man dazu? Wir sind uns einig, Sina. Aber was sagt die Fachpresse dazu? Schau mal hier:
http://www.wuv.de/wuv/news/kreation/index.php
In der Tat erstaunlich positiv. Es kann ja jeder seinen eigenen Eindruck schildern, es spielen eben viele eigene positive/negative Erfahrungen mit rein. Ich lasse mich auch gerne umstimmen, aber wie lange das dauert :)… Eine Verbraucher-Umfrage würde diese Meinung eventuell nicht stützen. Wer weiß.
Ja, eine Umfrage dazu wäre sicher interessant.