Gutmensch-Zwickmühle
01.02.2009 von Ralf
PETA gehört zweifellos zu jenen Organisationen, die nur das Gute wollen. Nämlich keine Pelzmäntel an Modell-Körpern und jetzt auch keinen Fleischkonsum für uns alle. Unter diesem haben nämlich die Tiere in ihrer Gesamtheit (PETAs Klientel) deutlich mehr zu leiden als unter der Verarbeitung zu kuscheligen Kleidungsstücken, die eher pelziges Kleingetier (Hunde, Katzen, Chinchillas, Nerze, etc.) betrifft. So weit, so gut.
Da die Rezipienten so verblödet sind, dass vernünftige Argumente glatt durch sie hindurchgehen, ohne nennenswerte Resonanz oder gar Einsicht zu hinterlassen, müssen also Botschaften her, die auch von einem bierseligen Superbowl-Publikum noch verstanden werden können. Die ins Schwarze treffen, wo man blau ist. Im Folgenden unter die Gürtellinie, weil: der Mensch ist halt auch nur Tier.
So irgendwie intelligent die Botschaft auch präsentiert wird, tangiert der Spot doch eine andere heilige Kuh des Gutmenschentums: Frauenklischees in der Werbung. Und da stellt sich die Frage: Heiligt der Zweck die Mittel? Darf man für den Tierschutz protestieren, indem Mann Frauen als Sexobjekte zeigt, die nix anderes im Kopf haben als Brokkoli? Die Superbowl-Organisatoren fanden nein und kippten den Spot aus dem Programm. Schade, finde ich und habe hier eine weitere Verletzung weiblicher Würde festgestellt, die ein dringendes Eingreifen der Genderpolitikzei erfordert.
[youtube width="500" height="344"]http://de.youtube.com/watch?v=8JrAY-sPVPw[/youtube]

Also ich als Frau (ist das nicht ein fulminanter Kommentarbeginn, wollte ich schon immer mal sagen) finde es halbwegs ok, wenn wir Frauen mit meterlangen Beinen und einer guten Kelle Laszivität assoziiert werden. Das schließt für mich erstmal nicht aus, dass wir Frauen(!) tagsüber auch noch ein Mittel gegen Krebs entwickeln, die Wirtschaftskrise löten und Kinder zu Nacktkrabbelbabygruppen geleiten.
Aber was zum Teufel macht die mit dem bröseligen Brokkoli?
[...] das vielleicht auch schon wieder ein Genderproblem? maushand (by [...]
*prust*, also ich hätte da einen schönen bayrischen Rettich oder einen hübschen Spargel auch irgendwie besser gefunden *gg*; selbst ‘ne Mohrrübe wäre ja irgendwie einleuchtender gewesen, aber ich (als Frau!) fürchte, die Peta-Werbung wird ausschließlich von Männern gemacht, die einen Vergleich dieser Gemüse mit ihrem allerheiligsten Körperteil irgendwie dann doch zu direkt und diskriminierend (sic!) gefunden hätten …
Es gab noch einen Clip mit einem grünem Spargel. Den wollte ich gerade suchen, aber die Peta-Spots werden sogar auf youtube zensiert, weil sich ein paar Mormonen o.ä. aufgeregt haben. Ich hoffe nur, dass die auch zuhause ein Sex-Problem haben. In der Hoffnung, dass sie sich nicht weiter vermehren. Dem Spargel wird übrigens am Ende der Kopf abgebissen. Autsch.
Ha! Hier ist er: http://de.youtube.com/watch?v=ETL3kzxSsxs
Grüner Spargel? Aber die sind doch immer so furchtbar dünn …, och nee :-)
Dünn, aber gebündelt.
Also ich hatte den Brokkoli gar nicht als phallisch gesehen und damit den Spot wohl in Gänze nicht so ganz verstanden. ;-)
Fleischersatz – das versteh ich ja schon noch, aber dann verließen sie
ihnsie …@textdeluxe: Bloß weil du dich jetzt adlig fühlst, musst du jetzt hier aber nicht einen auf Unschuld vom Lande machen ;-)
Innozenzia lässt grüßen und ausrichten, dass der Brokkoli einfach nur zu abwegig war. :-)
Und noch nix Adel. ;-)
Ralf, ich weiß nicht warum, aber deine letzten beiden Comments sind bei uns im Spam-Ordner gelandet und ich hab sie grad erst freigegeben.
Hm, der Spargel überzeugt mich auch nicht so wirklich. Und warum verbindet sie sich die Augen, sie hat den doch schon gesehen?
Den Spot zu verbieten, aber die Welt in eine Finanzkrise zu stürzen, das hat schon was.