Herzlich willkommen, Guerillero Wickert!
19.11.2009 von be|es|ha
Heute hat sich in der F.A.Z. ein prominenter Sympathisant als engagierter Textguerillero zu erkennen gegeben: Ulrich Wickert.
Gleich zu Beginn seines Beitrags „Warum sind die Kritiker so milde?” offenbart er, dass ihn an den Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auch der sorglose und fehlerhafte Umgang mit der deutschen Sprache stört:
Wenn es um die Sprache geht, bedauere ich, dass nur noch wenige Autoren von Stücken für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ oder für „heute“ und „heute-journal“ den Satzbau beherrschen. Häufig streuen sie Substantive wie grobes Meersalz zwischen kurze Sätze. Auch wenn die Suche nach einer treffenden Schlussbemerkung zu viel Nachdenken fordert, dann „bleibt es abzuwarten“, „ist die Ursache unklar“, oder „es wird sich zeigen“.
Nicht nur die Floskelsprache der Politik wird oft übernommen, sondern auch das Kurzsprech der Nachrichtenagenturen. Da „stehen“ immer noch „Ovationen“, obwohl ich niemanden kenne, der Beifall je hat stehen sehen. Es können nur diejenigen stehen, die Beifall klatschen. Wer so textet, ist nicht nur schusselig, sondern denkfaul. Und warum lassen die Redaktionschefs die sprachliche Verlotterung durchgehen? Bedeutet ihnen die Sprache so wenig, oder merken sie nichts?
Auf die Beantwortung dieser Fragen sind auch wir sehr gespannt.
Edit 20.11.:
Dr. Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, hat gestern Abend noch die „Post von Uli” beantwortet, was bereits lebhaft kommentiert wurde.

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