Handarbeit
07.03.2010 von ergoscriptum
Bücher sind für mich etwas ganz Besonderes. Wenn es euch genauso geht, dann lest ruhig weiter. Denn es dürfte dann auch euch freuen, dass es im Jahre 2010 immer noch Menschen gibt, die dafür sorgen, dass nicht 100% der Neuerscheinungen Massenware sind – herstellerisch betrachtet – sondern nur 99,8% (zugegeben: ist geschätzt).
Diese Menschen drucken und setzen Bücher und andere nette Dinge, wie Leporellos und Karten, per Hand. In Auflagen, über deren Höhe die meisten Verlagskalkulatoren wahrscheinlich erschrecken. In monatelanger Fleißarbeit entstehen echte Perlen der Druckkunst, mit Blei- oder Holzlettern gesetzt und mit Handpressen gedruckt. In Werkstätten und in Garagen und sehr oft mit hohem persönlichen und finanziellen Einsatz.
Wer etwas mehr über die Beweggründe dieser Menschen erfahren möchte, dem kann ich die hr2-Radiosendung Doppelkopf vom 05.03. mit Roswitha Quadflieg, Gründerin der Raamin Presse und Schriftstellerin, empfehlen. Den Podcast dazu findet ihr hier. Die Raamin Presse gibt es seit 2003 nicht mehr, aber einige andere Satzwerkstätten, z. B. Garagendruck, Fliegenkopf, Vogelpresse und Hundsdruck. Wer selbst mal eigene Werke von Hand drucken möchte, kann sich bei der Typografischen Gesellschaft München zu Handsatz-Kursen bei der Schriftsetzmeisterin Christa Schwarztrauber anmelden. Und muss dann hier berichten, wie es war. ;-)

Oh, ich liebe solche Kleinode! Da muss ich doch gleich auch nochmal auf Herrn Martin Z. Schröder von der http://www.druckerey.de/02buecher.html aufmerksam machen, der unter anderen typografischen Köstlichkeiten auch zwei fulminante Bücher von Max Goldt hergestellt hat, die ich mein eigen nennen darf.